bunt(!)stifte

Donnerstag, 1. Juni 2017

als ich diese unterhaltung mit meiner freundin führte, war es noch kalt draußen, februar. also schon eine weile her und doch schwirrt sie mir ab und an noch immer im kopf herum. was ein gutes zeichen ist. denn wir sprachen über verschiedene themen die grausame und absurde gegenwart betreffend. meine freundin, eine stark linksliberal eingestellte person, was ich wahnsinnig gut und bewundernswert an ihr finde, denn sie schmeißt nicht nur mit radikalen begriffen um sich, sondern handelt. immer und überall. an jenem abend suhlten wir uns mal wieder im unverständnis gegenüber fremdenhass, unbegründeter angstmache und all den mist, der uns zurzeit so umgibt. sie erzählte mir dann von einer situation mit ihrer kleinen nichte, welche vor kurzem beim malen eines bildes nach einen buntstift verlangt hat, mit dem sie die haut ihrer menschen ausmalen kann. meine freundin griff natürlich völlig rutiniert zum "hautfarbenen" stift. "und dann dachte ich so: 'wieso eigentlich genau diese farbe? wieso geben wir hier unseren kindern handelsüblich immer den hellen ton, wenn es darum geht, ihre gemalten menschen mit leben zu füllen?'" daraufhin erzählte ich hin und wieder anderen freunden und bekannten von diesem gedanken, die genau wie ich auch total stutzig und verwundert reagiert haben. wir fragen uns solche dinge einfach nicht, weil wir selbst mit "hautfarbenen" stiften unsere männchen ausgemalt haben und das schon immer so und damit völlig normal war. aber nein, ist es nicht. es ist beschränkt, ausgrenzend und bietet perfekten nährboden, im späteren leben intoleranz und inakzeptanz anderen gegenüber auszustrahlen. es ist völliger quatsch, zu meinen, nur ein hell malender stift stellt menschen dar und ebenso ist es absoluter blödsinn zu behaupten, es würde hellhäutige kinder durcheinander bringen oder es sei in so jungen jahren noch nicht nötig, auf derartige dinge zu achten und sie liberaler zu gestalten. doch! es ist wichtig! gerade in zeiten wie diesen kann man gar nicht früh genug damit anfangen, seinen kindern eine möglichst offene welt zu zeigen und zu vermitteln, dass ein jeder, unabhängig von seiner hautfarbe und auch allem anderen, teil davon ist. und dass das mehr als wunderbar ist! als ich die geschichte vergangene woche wieder einer freundin erzählt habe, entgegnete sie gleich "dazu musst du unbedingt einen post auf dem blog schreiben!" - und hier ist er nun, denn ich finde, die idee ist großartig, da es ja doch der ein oder andere liest und vielleicht (vor allem aber jetzt!) teilen kann, um eventuell wieder ein paar mehr schranken und gedankenstränge umzustürzen und menschen zu überzeugen. in diesem sinne ist dieser beitrag mehr als powered by friendship - danke an lia und maria!💖😇

Kommentare:

  1. ich habe da echt noch nie drüber nachgedacht, du hast mir gerade den ultimativen denkanstoß gegeben!

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    1. das freut mich sehr, genau das wollte ich erreichen :-)

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